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Sommer in der Haftanstalt Erfurter Andreasstraße

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SOMMER 2008

hoerstationZeitzeugen-Interviews zum Hören

Zu jeder Zeit der 40-jährigen SED-Diktatur fanden Menschen den Mut, Widerstand zu leisten.
An elf Beispielen (10 Zeitzeugeninterviews und einer Fernseh-Dokumentation) wird dies deutlich, wenn
  • Jürgen Unbereit 1968 als 17-Jähriger ein Flugblätter in Mühlhausen verteilte, womit er die Bevölkerung wachrütteln wolle:
    „Wollt ihr euch noch länger von dem ’Roten Spitzbart’ unterjochen lassen?“
  • Siegfried Hollenbach bis zur Inhaftierung 1970 die Verantwortung der Staatsmacht einfordert:
    „… denn eine Änderung wird eines Tages kommen.“
  • Jörg Drieselmann 1974 mit einem Plakat sein Umfeld wachrütteln wollte:
    „Seit dem 13. August 1961: … wurden 164 Menschen auf der Flucht getötet.“
  • Walther und Ursula Schmidt 1974 versuchten sich in den Westen „ausschleusen“ zu lassen, weil sie „keine Unterwerfung mehr“ wollten.
  • Joachim Heise seit 1979 alles versuchte, um für sich und seine Familie die Ausreise zu erhalten, und 1983 inhaftiert wurde, als er in den Hungerstreik trat.
  • Manfred Krell 1979 wegen Wehrdienstverweigerung aus Glaubensgründen verhaftet wurde.
  • Gerhard Thalacker mit seiner Ehefrau 1980 Erich Honecker des Rechtsbruchs in seinem Fall verklagte.
  • Grit Angermann 1983 mit Freunden an Weimarer Wände z. B. malte:
    „Macht aus dem Staat Gurkensalat“.
  • Ines Engel mit weiteren Personen 1988 versuchte, über die Ungarisch-Österreichische Grenze zu flüchten, weil sie „ein freies und besseres Leben führen“ wollte.
  • Silke Wilden nach Ihrem Ausreiseantrag 1985 drei Jahre später versuchte, über die CSSR-Grenze in den Westen zu fliehen, weil es für sie „kein ‚Zurück’“ mehr gab.
  • René Guensch 1989 verhaftet wurde, weil er sich „nur nach Freiheit“ sehnte.

ausführliche Information in der Eröffnungsrede vom 27. Juni 2008 von Dr. Matthias Wanitschke: pdf-Datei zum Download...

 

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